Abgestimmt für den öffentlichen Straßenverkehr — nicht für die Rennstrecken-Sequenz
Nur für den Straßenbetrieb
Standard-CCM-Einfahrverfahren
Ein vierstufiges Wärmeübertragungsverfahren zum Einfahren neuer Bremsbeläge auf Carbon-Keramik-Matrix-(CCM-)Bremsscheiben im öffentlichen Straßenverkehr — für den Aufbau einer stabilen Reibschicht ganz ohne geschlossene Rennstrecke.
Das Einfahrverfahren (auch als Einbrennen oder Konditionierung bezeichnet) für Carbon-Keramik-Matrix-(CCM-)Bremsscheiben unterscheidet sich grundlegend vom Einfahren herkömmlicher Gusseisen-Bremsscheiben. Während bei Eisenscheiben das Einfahren dazu dient, die geometrischen Oberflächen aufeinander abzustimmen, besteht das primäre Ziel bei Carbon-Keramik-Bremsscheiben in der „Wärmeübertragung“.
Es muss ausreichend kontrollierte Hitze erzeugt werden, um die Bindeharze innerhalb der Bremsbeläge zu verdampfen und eine gleichmäßige Übertragungsschicht aus Reibmaterial auf der keramischen Bremsscheibenoberfläche abzulagern.
Ohne ein ordnungsgemäßes Einfahren fehlt dem System die volle Bremskraft, und es besteht das Risiko einer ungleichmäßigen Belagablagerung — was zu vorzeitigem Belagverschleiß, Bremsenrubbeln oder dauerhaften Schäden an der Bremsscheibe führen kann.
Hinweis zum Straßenbetrieb: Diese Sequenz ist für eine sichere, leere, gut einsehbare öffentliche Straße konzipiert — nicht für eine geschlossene Rennstrecke. Führen Sie sie nur dort durch, wo jede Bremsung legal und ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer möglich ist. Steht eine geschlossene Rennstrecke zur Verfügung, verwenden Sie stattdessen das spezielle Einfahrverfahren für die Rennstrecke.
Einfahrsequenz
Vier Phasen, eine durchgehende Fahrt
Kommen Sie zwischen den Zyklen niemals vollständig zum Stehen — jede Phase baut direkt auf der aus der vorherigen Phase mitgeführten Wärme auf.
01
Phase 01
Erste Anlage & Vorwärmung
80km/h→30km/h
Pedalkraft~30%
Leicht bis moderat
WIEDERHOLEN 5–10×
Durchführung
Wenden Sie leichten bis moderaten Bremsdruck (~30%) an, um das Fahrzeug von 80 km/h auf 30 km/h abzubremsen.
Wichtig
Kommen Sie NICHT vollständig zum Stehen. Beschleunigen Sie sofort wieder auf Geschwindigkeit und wiederholen Sie den Vorgang. Dies bringt das System schrittweise auf die anfängliche Betriebstemperatur.
02
Phase 02
Wärmeübertragung — Aufbau der Übertragungsschicht
150km/h→50km/h
Pedalkraft~60–70%
Kräftig, stark — knapp unterhalb des ABS-Eingriffs
WIEDERHOLEN 10–15×
Durchführung
Sobald die Bremsen warm sind, erhöhen Sie die Geschwindigkeit. Wenden Sie kräftigen, starken Bremsdruck (~60–70%) an, um von 150 km/h auf 50 km/h abzubremsen. Die Bremsung sollte kräftig sein, aber knapp unterhalb der ABS-Auslöseschwelle bleiben.
Technik
Beschleunigen Sie sofort nach jedem Zyklus, ohne die Bremsscheiben abkühlen zu lassen. Etwa beim 10. Durchgang sollten Sie einen deutlichen Geruch von verbranntem Belagharz wahrnehmen — das ist völlig normal und zeigt an, dass sich die Übertragungsschicht bildet.
03
Phase 03
Hochtemperatur-Aushärtung
180km/h→60km/h
PedalkraftSehr stark
Maximale kontrollierte Bremsung
WIEDERHOLEN 3–5×
Durchführung
Sofern Sicherheit und Straßenverhältnisse es zulassen, führen Sie 3–5 sehr starke Bremszyklen von 180 km/h auf 60 km/h durch, um die Kerntemperatur in den optimalen Leistungsbereich zu bringen und den Bindungsprozess abzuschließen.
04
Phase 04
Vollständige Abkühlfahrt
80km/h→100km/h
PedalkraftNull
Keinerlei Bremsung
DAUER 10–15 MIN
Am wichtigsten
Halten Sie das Fahrzeug nach dem letzten starken Bremsvorgang für 10–15 Minuten bei konstanter Reisegeschwindigkeit (80–100 km/h) in Bewegung, ohne die Bremse zu betätigen. Nutzen Sie den Fahrtwind, um das gesamte System vollständig abzukühlen.
Unbedingt vermeiden
Wichtige Regeln
REGEL 01
Niemals vollständig zum Stehen kommen (0 km/h)
Kommen Sie während der Aufwärmphasen niemals vollständig zum Stehen, während das Bremspedal durchgetreten bleibt. Die intensive Hitze, die zwischen dem stehenden Belag und der Bremsscheibe eingeschlossen ist, erzeugt einen ungleichmäßigen Fleck aus Reibmaterial (bekannt als „Pad Imprinting“) und verursacht später dauerhaftes Bremsenrubbeln.
REGEL 02
ABS/TCS-Eingriffe vermeiden
Das Einfahren erfordert eine gleichmäßige, kontinuierliche Reibung unter hoher Last, um Wärme zu erzeugen. Vermeiden Sie es, das Pedal so kräftig durchzutreten, dass das ABS eingreift — das pulsierende Bremsverhalten stört die gleichmäßige Bildung der Übertragungsschicht.
REGEL 03
Nicht sofort parken oder die elektronische Feststellbremse betätigen
Wird ein Fahrzeug mit glühend heißen CCB-Bremsen ohne vorherige Abkühlfahrt geparkt, kann der Belag mit der Siliziumkarbid-Oberflächenstruktur der Bremsscheibe verschweißen oder diese chemisch beschädigen.
Prüfung nach dem Einfahren
So überprüfen Sie den Erfolg
✓ Sichtprüfung
Sobald die Bremsen vollständig abgekühlt sind, überprüfen Sie die Bremsscheibenoberfläche. Der werkseitig glänzende, metallische Schimmer sollte über die gesamte vom Belag überstrichene Fläche durch ein gleichmäßiges, mattes, dunkelgraues Finish ersetzt worden sein.
✓ Pedalgefühl & Ansprechverhalten
Neue CCBs können sich zunächst hölzern oder weich anfühlen bzw. nicht sofort spürbar ansprechen. Nach ordnungsgemäßem Einfahren fühlt sich das Pedal äußerst fest an, und Sie werden die charakteristische, massive „Brick-Wall“-lineare Bremskraft bei minimalem Pedalaufwand erleben.