Abgestimmt für den Einsatz auf geschlossenen Rennstrecken / im Motorsport — nicht für die Straßensequenz
Nur für den Rennstreckeneinsatz
CCM-R Motorsport
Einfahrverfahren
Ein vierstufiges Wärmeaufbauverfahren zum Einfahren neuer Bremsbeläge auf CCM-R-Carbon-Keramik-Bremsscheiben auf einer geschlossenen Rennstrecke — von der mikrogeometrischen Anpassung bis zur vollständigen Sinterung der Übertragungsschicht.
Hinweis zum Rennstreckeneinsatz: Diese Sequenz ist für eine geschlossene Rennstrecke konzipiert (idealerweise während einer dedizierten freien Trainingssession) oder für eine vollständig abgesicherte private Teststrecke. Entfetten und reinigen Sie die Bremsscheibenoberflächen vor Beginn mit einem professionellen lösungsmittelbasierten Bremsenreiniger.
Einfahrsequenz
Vier Phasen, ein durchgehender Run
Kommen Sie zwischen den Zyklen niemals vollständig zum Stehen — jede Phase baut direkt auf der aus der vorherigen Phase mitgeführten Wärme auf.
01
Phase 01
Mikrogeometrische Anpassung
100km/h→40km/h
Kerntemperatur
~200°C
WIEDERHOLEN 15–20×
Durchführung
Beschleunigen Sie auf einer Geraden auf 100 km/h. Wenden Sie leichten bis moderaten Bremsdruck (~25–30% Pedalkraft) an, um gleichmäßig auf 40 km/h abzubremsen.
Technik
Sobald Sie 40 km/h erreichen, NICHT anhalten. Lösen Sie die Bremse sofort und beschleunigen Sie wieder auf 100 km/h. Halten Sie die Abstände zwischen den Zyklen großzügig (mindestens 500 m), damit die Bremsen „atmen“ können.
Ziel
Da die Oberfläche der CCM-R-Bremsscheibe extrem hart ist, wirkt diese Phase wie eine mikroskopische Feile, die Fertigungstoleranzen an den nagelneuen Belägen abträgt und so vor dem Erreichen hoher Temperaturen einen 100%igen Oberflächenkontakt sicherstellt.
02
Phase 02
Hochdichte Wärmestapelung
160km/h→60km/h
Kerntemperatur
450°C – 550°C
WIEDERHOLEN 10–12×
Durchführung
Erhöhen Sie die Geschwindigkeit auf 160 km/h. Leiten Sie eine scharfe, entschlossene Verzögerung (~60–70% Pedalkraft) bis auf 60 km/h ein — Grenzbremsung knapp unterhalb des ABS-Eingriffs.
Technik
Schnelle, kontinuierliche Belastung. Sobald Sie 60 km/h erreichen, geben Sie sofort Vollgas bis 160 km/h und bremsen dann erneut hart. Verkürzen Sie den Abstand zwischen den Zyklen bewusst, um die Wärme gezielt im Scheibenkern einzuschließen und zu stapeln.
Ziel
Treiben Sie die Kern-Systemtemperatur in den Bereich von 450°C–550°C, in dem die aktiven chemischen Verbindungen und Bindemittel innerhalb der Rennbeläge zu schmelzen und zu verflüssigen beginnen — als Vorbereitung auf die molekulare Übertragung.
03
Phase 03
Sinterung auf Motorsport-Niveau
200km/h→60km/h
Kerntemperatur
650°C – 750°C+
WIEDERHOLEN 3–5×
Durchführung
Erreichen Sie auf der Hauptgeraden 200 km/h (oder die maximal sichere Streckengeschwindigkeit des Fahrzeugs). Führen Sie eine rennintensive, heftige Verzögerung (~80% Pedalkraft) bis auf 60 km/h durch.
Technik
Auch hier gilt: auf keinen Fall anhalten. Halten Sie den Rhythmus aus sofortigem Gasgeben nach jeder abgeschlossenen Verzögerung bei.
Was zu erwarten ist
Ein stechender, giftiger chemischer Geruch von verbrennenden Harzen wird den Innenraum erfüllen, und aus den Radkästen kann sichtbarer Rauch aufsteigen. Ein vorübergehendes, leichtes Weicherwerden des Pedals (Pad Fade) ist ein normales Ausgasungsverhalten.
Ziel
Unter extremer lokaler Hitze und enormen Scherkräften werden die Reibelemente des Belags gesintert und in die Mikroporen der 3D-Carbon-Matrix des CCM-R gepresst, wodurch die endgültige Übertragungsschicht zementiert wird.
04
Phase 04
Erzwungene Abkühlung durch Fahrtwind
80km/h→120km/h
Kerntemperatur
< 100°C
DAUER 15 MIN
Durchführung
Gehen Sie unmittelbar nach der letzten starken Bremsung in eine gleichmäßige Reisegeschwindigkeit zwischen 80–120 km/h über. Fahren Sie eine langsame Abkühlrunde oder wechseln Sie auf eine offene Boxengasse/Umgehungsstraße.
Technik
Halten Sie für die nächsten 15 Minuten die Füße vollständig von der Bremse fern, es sei denn, es tritt ein ernsthaftes Sicherheitsproblem auf. Lassen Sie den sauberen, entgegenkommenden Luftstrom die Bremsscheiben von glühender Hitze auf unter 100°C herunterkühlen.
Ziel
Dies ermöglicht der frisch geschmolzenen Übertragungsschicht eine „thermische Aushärtung“ — ihre Molekülstruktur kristallisiert und härtet gleichmäßig aus, während gleichzeitig innere thermische Spannungen zwischen der Carbonscheibe und dem Metallbremsscheibentopf abgebaut werden.
Null Toleranz
Kritische Regeln an der Rennstrecke
CCM-R-Bremsscheiben zählen zur absoluten Spitzenklasse im Motorsport. Halten Sie diese Leitplanken strikt ein.
REGEL 01
Niemals im heißen Zustand vollständig anhalten
Während der Phasen 2 und 3 liegen die Bremstemperaturen deutlich über 600°C. Wird das Fahrzeug bei durchgetretenem Bremspedal vollständig zum Stehen gebracht — selbst nur für eine Sekunde — brennt sich an genau dieser Stelle ein dicker, lokal begrenzter Klumpen Reibmaterial ein.
Folge: Nach dem Abkühlen der Scheibe entsteht eine mikroskopische Dickenschwankung (DTV). Bei jedem nachfolgenden Überstreichen dieses ausgehärteten Abdrucks durch den Belag kommt es zu heftigem Lenkradrubbeln und Pedalpulsation — ein Schaden, der in der Regel eine spezielle Diamant-Nachbearbeitung erfordert.
Wenn das Fahrzeug Phase 4 abgeschlossen hat und in die Box einfährt:
Korrektes Vorgehen: Motor abstellen, in „Parken“ schalten (bzw. bei Schaltgetrieben den 1. Gang einlegen) und sofort schwere Rennkeile unter die Reifen schieben.
Verboten: Ziehen Sie niemals die Handbremse und aktivieren Sie niemals die EPB. Die hinteren Sättel behalten extreme Resthitze — jede mechanische Klemmkraft kann die heiße Scheibe verformen oder eine unregelmäßige chemische Verschweißung zwischen den hinteren Belägen und der Carbon-Lauffläche auslösen.
REGEL 03
Verlassen Sie sich nicht blind auf „vorgebettete“ Bremsscheiben
Hochwertige CCM-R-Komponenten werden werkseitig auf einem Hochträgheits-Prüfstand vorkonditioniert, doch dies etabliert lediglich eine anfängliche Basisschicht auf der Bremsscheibe selbst. Unterschiede in der Ausrichtung der Sattelkolben, dem Planlauf der Nabenfläche und den Klemmtoleranzen bedeuten, dass Phase 1 (mechanische Anpassung) bei jeder Montage vollständig durchgeführt werden muss. Wird sie übersprungen, führt dies bereits in der ersten heißen Runde zu sofortigem lokalem Hot Spotting.
REGEL 04
Kein Kontakt mit Flüssigkeit oder Druckluft im heißen Zustand
Wenn die Bremsscheiben beim Einfahren in die Box glühen oder aufgrund extremer Hitze ticken, besprühen Sie sie niemals mit Wasser, Kühlnebel oder Bremsenreiniger, und richten Sie niemals Druckluft direkt auf eine lokale Stelle. Obwohl CCM-R außergewöhnlich gut gegen Thermoschock beständig ist, verursachen extreme lokale Temperaturunterschiede Mikrorisse innerhalb der 3D-gewebten Matrix — und machen die Bremsscheibe damit sofort unbrauchbar.
Diagnostische Telemetrie
Erfolg vs. Misserfolg
▲ Erfolgreiches Einbrennen
Nach vollständiger Abkühlung auf Umgebungstemperatur ist das glänzende, rohe Carbon-Finish verschwunden — ersetzt durch einen nahtlosen, gleichmäßigen, mattgrauen oder tiefen schiefergrau-blauen Übertragungsfilm über der gesamten überstrichenen Fläche.
Pedalgefühl
Die anfängliche „hölzerne“ Gefühllosigkeit weicht einem ultrasteifen, hochsensiblen Pedal mit sofortigem, linearem Ansprechverhalten.
▼ Fehlgeschlagenes Einfahren (Verglasung)
Wird Phase 3 vorschnell begonnen, bevor Phase 1 abgeschlossen ist, verkohlen die Bindeharze des Belags blitzartig zu einer ultra-glatten, reflektierenden glasähnlichen Kruste.
Symptome
Steinhartes Pedal bei nahezu null tatsächlicher Bremswirkung, begleitet von einem hochfrequenten, metallischen Kreischen.
Abhilfe
Sättel abbauen, Beläge entfernen und mit Schleifpapier der Körnung 80 die verglaste Schicht abschleifen, bis frisches, poröses Belagmaterial freiliegt. Wieder einbauen und die Sequenz ab Phase 1 neu starten.